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neue Wege und ein Leuchtturm, der für uns blinkt

Es ist so schön draußen ! Die Kirschblüten blühen, und ach -

 einfach ALLES blüht, grünt und explodiert – es ist einfach

wundervoll. Ich mochte diesen herrlich milden Winter sehr, und

freue mich nun umso mehr über diesen opulenten Frühling,

der sich von leichter Hand daraus entwickelt hat.

Seit ein paar Wochen schon wecken mich die Schreie meiner

geliebten Austernfischer wieder täglich und begleiten mich abends

in den Schlaf.-Wenn ich sie zum ersten Mal nach den langen

dunklen Wintermonaten wieder höre, dann bekomme ich immer eine

Gänsehaut mitten im Herzen.

Ja.- Das geht.

Es gibt für mich kein schöneres Geräusch die ganzen Sommermonate

hindurch. Wenn ich sie höre, dann denke ich automatisch

an Barfußlaufen, Wassereis am Strandkiosk, Grillabende,

Straßenfeste, Nachmittage am Strand, Salzwasser in der Nase

vom Tauchen im Meer, ich-brauche-eine-neue-Sonnenbrille,

und ach-laß-uns-hier-sitzen-bleiben-die-Sonne-scheint-so-schön.

Sonntag Nachmittag hatte ich dann tatsächlich zum ersten Mal seit

Monaten ein paar Stunden Luft –  nix zu bohren, schleppen,

schrauben, lackieren oder zu dekorieren….und schnappte mir

daher meine Tochter, und schlug “eine Waldrunde” vor.

Völlig euphorisch und im frühlingsrausch.

So stapften wir los.

….bis wir beim vermeintlichen Wald ankamen.

Oh nein :-(  Uuuups. – ….da hatte ich wohl was vergessen.

Seit Christian und Xaver gibt es unsere schönen Schleich-Waldwege

gar nicht mehr…..irgendwie gar keinen Wald mehr ?!?….wie

konnte ich das nur vergessen !!

Es ist immer noch so unfassbar für mich, dass ich daran

einfach nicht mehr gedacht habe :o

Es wird noch dauern, bis ich mich an diesen

Anblick gewöhnt habe .-

Nele’s Kinder werden hier hoffentlich wieder große Tannen sehen -

wir beide werden neue Wege gehen.

Heute auf dem Weg nach Wittdün blickte ich Höhe “Weiße Düne”

obligatorisch aufs Wattenmeer Richtung Steenodde und dachte

prompt, mich trifft der Schlag.-

Sofort bin ich umgedreht und nach Steenodde gefahren….

…denn hier liegt er – unser schöner Amrumer Wald :-(

Es bricht einem schier das Herz.

Unglaubliche Mengen werden täglich hergebracht.

Und noch mehr ist schon weggeschafft worden.

Ich habe lange an diesem Riesenstapel gestanden.

4 Jahrzehnte lang boten mir diese Bäume vertraute Wege

und Runden kreuz und quer über meine Insel.

Aber in diesem Winter hat sich Amrum grunderneuert.

Wie ich mich auch :-)

Während die Waldarbeiter Tag und Nacht Baum für Baum

zur Mole brachten, packte ich mein Zuhause ein- und wieder

aus….meinen Laden ein- und wieder aus….ein paar Mal hin-

und her…Baum für Baum, Karton für Karton….und nun -

 nun gibt es die alten, vertrauten Wege und Türen nicht mehr.

Das Amrum, das Ihr dieses Jahr besuchen kommt, wird  anders

sein. Es wird lichter sein und durchlässiger.

Mit weniger Platz für Schatten

…und vielen neuen Wegen.

Solchen, die man mit den Augen sehen kann….

und abertausend Anderen,

die man mit dem Herzen fühlen kann

und die beim Gehen entstehen :-)

“Noch ein paar Meilen…und wir sind da…

wir sind ganz nah-

fast schon da.-

Man kann schon fast das Land sehen.

Das Treibholz, das dort schwimmt,

und ein Leuchtturm, der für uns blinkt.”

3 Kommentare

  1. Ann schreibt:

    Puh!! Wie viele Baumstämme…. da scheint wirklich nicht mehr viel Wald übrig zu sein… Mich erinnerte der Wald auf Amrum mitunter an unseren Schweden-Urlaub…
    Schade um die vielen Bäume…
    Viele Grüße von Ann

    8. April 2014 @ 09:03

  2. ina-elisabeth schreibt:

    Heieiei, wie wir Schwaben zu sagen pflegen, wenn was ganz toll ist und leider auch eine Kehrseite hat und man noch net genau weiß, wie man das finden soll – was für ein anblick !
    Amrum ist lichter und durchlässiger, neue wege – neue Sachen, neue Aussichten – , da ist ja auch viel nicht mehr da !! und gleichzeitig lassen wir Amrum net im stich und kommen treu , wie jedes jahr mehrmals . und wir werden es wieder so gut haben wie immer, es wird schön sein, das etwas zerfledderte Amrum, kraftvoll , freundlich, rauh und unnahbar und verletzlich und schützenswert und weiterhin an ort und stelle.
    und ich freu mich auf den neuen laden und netten kontakt im wissen, daß wir auch noch alle irgendwie da sind und einfach so weitermachen mit freuen und entspannen und bewundern und behutsam sein mit allem, was uns soo viel wert ist .
    bis bald und danke für diesen text, liebe christiane !!
    ina

    8. April 2014 @ 14:53

  3. Christine schreibt:

    Ja, alles ist in Veränderung und wir mitten drinnen…
    Auch unsere Lieblingswege im Wald oben am Berg sind nicht wieder zu erkennen. Die Lärchen werden hier von großen Maschinen gerodet. Es ist Holz, das nur für die Hackschnitzelheizung “wert” ist… zurück bleiben große gerodete Flächen… jede Menge Äste bleiben als Zeugen am Boden zurück mit tiefen Furchen von den schweren Geräten…
    Doch die Natur ist voller Energie und Kraft, schon bald wird wie in eurem Wald neues entstanden sein!
    Ich freue mich schon auf deine Insel und auf alles Schöne, was uns da erwartet.
    Herzliche Grüße
    Christine

    9. April 2014 @ 08:45

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