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Christian

 

Schon um 11 Uhr am Montag fuhr der Schulbus die Schulkinder

nach Hause….. wegen “Orkanwarnung”. – Zu dem Zeitpunkt hatten

wir normalen Wind für diese Jahreszeit  und Sonne.- So diskutierte ich

auch mit Nele den ganzen Weg nach Hause in die Mittagspause, ob

das nun “viel Wind” oder “Orkan” sei. Ich befand, daß es in aller erster

Linie ein “Mediensturm” sei, und schmiss mich in gewohnter

Manier zu Hause an die Kochtöpfe.- Schnippelte….köchelte… und

schaute, weil ich meinte,  draußen etwas gehört zu haben, just in dem

Moment aus dem Fenster, als im Nachbargarten eine riesige Kiefer

mitsamt Wurzeln und dem Erdreich unter ihr der Länge nach umfiel :o

Die Kurze natürlich: “Siehste, Mama – das ist JA WOHL Orkan!!!!!”

Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Während der 20 Minuten, die

ich in meine Töpfe geschaut hatte, hatte sich die Lage draußen

massiv verändert. Also aßen unser Mittag am Fenster und

beobachteten, wie die Bäume um uns herum umfielen wie Spaghetti.

Das Dach vom Schuppen wurde kurz angehoben, gab einen Blick

auf die Fahrräder frei, und krachte dann wieder runter….Strandkörbe

puzelten durch die Gegend….und ehrlich gesagt habe ich noch nie

gesehen, daß sich die Bäume so dermaßen gebogen haben.

Gegen vier hatte sich alles wieder ein wenig beruhigt,

und so beschloß ich, im Laden nach dem Rechten zu

sehen.

….was sich schwieriger gestaltete als geplant,

denn wir waren im Wald von dem

umgefallenen Bäumen eingeschlossen :o

Also über einen Feldweg auf die Hauptstraße, die leider ab

Nebel auch nicht mehr befahrbar war. Daher wichen wir auf die alte

Landstraße aus, wo bereits reger Verkehr herrschte.

Überall ein Anblick der Verwüstung. Schäden an

Häusern, gesperrte Straßen, entwurzelte oder

abgebrochene Bäume, die Feuerwehren im Einsatz.

Es war dann auch gut, daß ich kurz im Laden war, denn der weiße

Schuppen neben meinem Laden, mitsamt dem weißen Zaun

hatte sich komplett mit einer Boe verabschiedet und war in die

Fußgängerzone gekracht. Bei seinem Abgang hatte er dann noch den

Fahnenmast und ein Teil des kleinen Zaunes auf dem Friesenwall

mitgenommen :-( Ein Glück sind die Fenster heil geblieben !

Seit gestern hört man nun von frühmorgens bis zum Einbruch der

Dunkelheit überall die Kettensägen der Feuerwehrleute. Vorzeitig

wurden die Biikehaufen freigegeben, damit man das Holz loswerden

kann. Der gesamte Wald auf Amrum ist gesperrt. Viele Bäume, die

umgefallen sind, liegen mit all ihrem Gewicht auf ein paar wenigen,

die noch stehen – so ist das Krachen und eine Restgefahr

allgegenwärtig. Christian verabschiedete sich in der Nacht von Montag

auf Dienstag dann noch mit einem fetten Gewitter, das uns schlaflos in

den Betten liegen ließ.- Da war die Tatsache, daß die Schule am

nächsten Tag ausfiel, nur ein schwacher Trost.

Ich weiß nicht, wie der Strand aussieht.- Dabei waren wir am Samstag

 noch den ganzen Nachmittag dort – bei Wind und Sonne… und es war

soooo herrlich.

Aber der Papa steht…wie immer und nach jedem Sturm, der unsere

Insel heimgesucht hat. Seinen beruhigenden Strahl haben wir gestern

durch den ziemlich kahl gewordenen Wald blitzen sehen…

2 Kommentare

  1. Nora schreibt:

    Himmel!!!
    Mir sind grad die Augen rausgefallen… ich bin froh, dass euch nichts passiert ist!! Oje, und U. ist doch grad mit ihrem Mann auf Amrum!! Ich hoffe, es geht ihnen auch gut…

    ALLES GUTE und dass bald wieder “alles gut” ist!!

    Nora

    30. Oktober 2013 @ 16:24

  2. Susanne schreibt:

    Liebe christiane,

    Das sind ja wirklich ganz erschreckende Bilder. Hätte nicht gedacht, dass es so viel Verwüstung bei euch gab! Bei uns war es auch recht stuermisch, aber wir kommen immer ganz glimpflich davon bei sowas.
    Ich liebe es ja am Meer, wenn es so windet und ich hatte mir gewünscht, oben bei euch zu sein. Aber wenn ich jetzt die Bilder sehe….

    Hoffe, es ist schnell wieder alles gut!
    Alles liebe

    Susanne

    3. November 2013 @ 00:02

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