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mit dem Westwind

 

Es kommt nicht oft vor, aber es gibt Morgen,

da spüre ich schon direkt nach dem Aufstehen eine so tiefe

Sehnsucht nach dem Meer, daß ich sofort hin muß. Sofort.

Ich habe dann das Gefühl, ich ersticke oder explodiere, oder beides

gleichzeitig, wenn ich mich nicht gleich dorthin aufmache.

Einkaufen? Wird auf Morgen verschoben. Kochen ?? Später.

Wäsche waschen ??? Ist noch genug frisches in den Schränken.

Ich muß gehen. Ich gehe einfach,

UND MACHE NICHT DAS, WAS ICH SOLLTE.

Es sind Morgen, an denen sich meine Prioritäten wieder

gerade rücken. An denen ich mich von ganz weit weg

 wieder ein Stückchen zu mir selber hangel.

Plötzlich bin ich in der Lage, das Hamsterrad, in dem ich

tagtäglich strample, mit einem Schlag anzuhalten.

Mit einem Schlag. Sofort.

Wie HE-MAN. Und das Allerbeste: Ich halte

es nicht nur an, ich steige aus. Eiskalt.

Total entschlossen. Ohne großes Rumgerede, ohne

wenn und aber.

Meistens hat der Wind an solchen Morgen über Nacht

auf West gedreht und seeehr aufgefrischt. Ich liebe den Westwind

einfach. Er ist warm und nicht so eiskalt wie der Ostwind. Er

wühlt das Meer so schön auf, er zerrupft die Wolkendecke am

Himmel, und läßt den Sand fliegen. Er nimmt alles mit, was man

ihm mitgibt.

Nervige Gedanken, alte Gefühle, ein Stöckchen, eine

Blume, die Sorgen der Nacht oder die Pläne für Morgen.

Die Nase läuft, die Haare flattern einem ins Gesicht,

die Wolken fliegen, die Sonnenbrille fehlt, und Luni.

Dennoch: Wenn ich hier stehe, weiß ich wieder, warum

ich hergekommen bin.

Ich kann mich ausdehen, wie der endlose Himmel

über mir, oder wie der Strand und das Meer

vor mir.

Und wenn ich das tue, kann ich leuchten und den Stürmen

standhalten wie der Papa (mein Leuchtturm).

Die Welt von vorhin wird dann eine andere.

Sie wird weicher, überschaubarer, liebevoller und endloser.

Ich finde den Anfang meiner Träume wieder – irgendwo

zwischen Wolkenschlößchen und den vielen Schaumkronen,

und den Mut, sie weiter zu verfolgen.

Es ist eigentlich so einfach. -

Es bedarf nur etwas Westwind und Sehnsucht.

(Nebel Strand gestern Morgen )

6 Kommentare

  1. Helmut schreibt:

    wunderschöner Text, ganz tolle Bilder!
    Lieben Gruß,
    Helmut

    16. Juni 2013 @ 08:13

  2. Caroline schreibt:

    …geht mir genauso wie Helmut. Man meint, das Meer direkt riechen zu können. Die Weite am menschenleeren Strand hat mich immer schon fasziniert.

    Viele Grüße an euch und mit Gedanken an Luna
    Caroline

    16. Juni 2013 @ 22:33

  3. Ina-Elisabeth schreibt:

    liebe Christiane, vielen Dank für diese schönen Augen-blicke
    schönen Tag und alles Schöne für heute
    viele Grüße
    IE

    17. Juni 2013 @ 10:01

  4. Patricia schreibt:

    WUNDER,WUNDERSCHÖN………….

    LG Patricia

    18. Juni 2013 @ 17:24

  5. Susanne schreibt:

    So geht es mir am Meer und Strauch auch immer! Nur leider hab ich es nicht ständig vor der Tür ;-(((. Da hast du es gut!!!

    So schöne Bilder! In Situationen, in denen wir uns wohl und geborgen fühlen, schöpfen wir wieder Mut und kraft, um alles zu schaffen, was wir uns vorgenommen haben und uns wünschen!

    So geht es mir, wenn ich im Garten bin!

    Alles liebe

    Susanne

    21. Juni 2013 @ 22:17

  6. Alexandra schreibt:

    Liebe Christiane,
    mit den Texten und Bildern hast Du mir gerade heute aus der Seele gesprochen. War heute am Strand bei Westwind und hatte so viele ähnliche Gedanken…Bin mit meiner Familie seit Samstag wieder auf der Insel (Wir sind die vier aus Bayern, die gestern bei Dir im Laden waren).
    Werde die nächsten zwei Wochen wieder alles hier “aufsaugen”, um es mitzunehmen für ein Jahr…und werde auch bald wieder bei Dir in Deinem wunderschönen Laden vorbeischauen
    Bis dahin liebe Grüße
    Alexandra

    18. August 2013 @ 23:12

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